Die Bankenbranche in Hongkong erhielt am 27. Juli einen Quantum Preparedness Index Score von 2,3 von 10 Punkten, was zeigt, dass sich die Kreditinstitute noch in einem frühen Stadium der Vorbereitung auf quantenbezogene Cyberrisiken befinden.
Zusammenfassung
- Hongkongs Banken erreichten 2,3 von 10 Punkten auf dem erstmaligen Bereitschaftsindex der HKMA.
- 32 % der befragten Banken hatten noch nicht mit den Vorbereitungen für Post-Quanten-Kryptografie-Risiken oder Migrationsbemühungen begonnen.
- Die HKMA strebt bis 2030 die vollständige Bereitschaft des Sektors an, durch ein Toolkit, Workshops und koordinierte Branchenleitlinien.
Die Hong Kong Monetary Authority veröffentlichte den Benchmark zusammen mit ihrem ersten Whitepaper zur Quantenbereitschaft auf der achten FiNETech-Konferenz. Der Index verwendet vier Kategorien: Bewusstsein, Planung, Pilotprogramme und praktische Bereitschaft. Die Regulierungsbehörde sagte, dass sich die Banken hauptsächlich auf den Aufbau grundlegender Kenntnisse und Governance konzentrierten, anstatt quantenresistente Systeme einzusetzen.
Hongkongs Banken bleiben in der Quantenbereitschaft früh
Die Umfrage der HKMA von Anfang 2026 ergab, dass 68 % der antwortenden Banken ein gewisses Bewusstsein entwickelt hatten oder in Planungs- oder Pilotphasen übergegangen waren. Die restlichen 32 % hatten ihren Übergangsprozess noch nicht begonnen. Etwa die Hälfte hatte keinen formalen Plan für die Einführung von Post-Quanten-Kryptografie.
Bemerkenswerterweise war die Governance-Aktivität fortgeschrittener als die technische Umsetzung. Etwa die Hälfte der befragten Banken hatte Quantencomputing auf Vorstandsebene diskutiert, während etwa ein Drittel begonnen hatte, verwandte Initiativen zu erkunden oder zu testen. Die HKMA gab in ihrer öffentlichen Ankündigung weder die Namen noch die individuellen Punktzahlen der teilnehmenden Banken bekannt.
Der Wert von 2,3 bedeutet nicht, dass Hongkongs Banken Quantenangriffen ausgesetzt waren oder dass die aktuelle Bankenverschlüsselung bereits versagt hat. Er misst, wie gut der Sektor darauf vorbereitet ist, anfällige Systeme zu identifizieren, Übergangspläne zu erstellen, Ersatzlösungen zu testen und sie in die praktische Anwendung zu bringen.
Quantenrisiken betreffen bereits langfristige Bankdaten
Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte schließlich die weit verbreitete Public-Key-Verschlüsselung brechen, die Finanztransaktionen, Kommunikation und gespeicherte Informationen schützt. Der Zeitpunkt bleibt ungewiss, aber Finanzinstitute könnten Jahre benötigen, um alte Kryptografie zu identifizieren und sie in Zahlungssystemen, Kundenplattformen und Drittanbieterdiensten zu ersetzen.
Das unmittelbarere Problem ist als „Ernten jetzt, entschlüsseln später“ bekannt. Angreifer können heute verschlüsselte Informationen sammeln und aufbewahren, bis zukünftige Quantenhardware sie entschlüsseln kann. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich behandelt die Quantenmigration daher als aktuelles Datenschutzproblem, insbesondere wenn Finanzinformationen über viele Jahre vertraulich bleiben müssen.
Die BIZ hat bereits zwei Phasen von Project Leap abgeschlossen. Die erste testete hybride Post-Quanten-Verschlüsselung zwischen Zentralbanken, während die zweite quantenresistente digitale Signaturen auf Liquiditätstransfers in einer operativen Zahlungsumgebung anwendete. Die Experimente ergaben, dass quantensichere Zahlungssysteme technisch machbar waren, obwohl weitere Leistungstests erforderlich waren.
Blockchain-Netzwerke stehen vor einer ähnlichen Herausforderung, da Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte ebenfalls auf kryptografische Signaturen angewiesen sind. Forscher warnten, dass die Quantenmigration von Bitcoin Jahre der Planung erfordern könnte, obwohl derzeit keine existierende Maschine seine Kryptografie brechen kann.
HKMA strebt vollständige Bereitschaft bis 2030 an
Die HKMA möchte, dass der Bankensektor bis 2030 einen QPI-Score von 10 erreicht. Dies ist ein sektorales Ziel und keine veröffentlichte gesetzliche Frist für jedes Kreditinstitut. Die Regulierungsbehörde hat keine Strafen für Institute angekündigt, die einen bestimmten Wert nicht erreichen.
Ihre erste Unterstützungsmaßnahme wird ein Post-Quanten-Kryptografie-Toolkit sein, das mit der Business School der Hong Kong University of Science and Technology und Branchenteilnehmern entwickelt wurde. Das Toolkit soll Banken helfen, Übergangsprioritäten zu identifizieren und die kryptografische Agilität zu verbessern, d.h. ihre Fähigkeit, anfällige Algorithmen zu ersetzen, ohne ganze Systeme neu aufzubauen.
Die HKMA wird auch Workshops zu Übergangsplanung, technischen Fähigkeiten und verantwortungsvoller Nutzung von Quantentechnologie durchführen. Zukünftige QPI-Messungen sollten zeigen, ob Banken von Bewusstseins- und Governance-Diskussionen zu Bestandsaufnahmen, Pilotprojekten und Produktionseinsätzen übergehen.
Darüber hinaus folgt der Zeitplan Hongkongs weitgehend der internationalen Politik. NIST hat drei Post-Quanten-Kryptografiestandards finalisiert und sagt, dass Organisationen jetzt mit deren Implementierung beginnen sollten. Die Standards decken Verschlüsselung und digitale Signaturen ab, die entwickelt wurden, um Angriffen sowohl von klassischen als auch von Quantencomputern zu widerstehen.
Die USA beschleunigten ihren Übergang ebenfalls im Juni. Präsident Donald Trump unterzeichnete eine Exekutivanordnung, die föderale Systeme anweist, sich an die von NIST genehmigten Post-Quanten-Standards zu halten, und die Behörden verpflichtet, kryptografische Bestandsaufnahmen zu erstellen und priorisierte Migrationspläne zu entwickeln. Wie crypto.news berichtete, wurde die Anordnung von einer breiteren US-Quantencomputing-Initiative begleitet.
Die nächsten bestätigten Meilensteine werden die Veröffentlichung des HKMA-Toolkits, der Beginn von Branchenworkshops und später QPI-Bewertungen sein. Die Regulierungsbehörde hat noch keine Daten für diese Maßnahmen veröffentlicht oder angegeben, wie häufig sie den Index aktualisieren wird.






