Kurzfassung
- Der neueste Entwurf des Clarity Act verbietet dem Präsidenten, Amtsträgern und deren Ehepartnern, während ihrer Amtszeit Kryptowährungen auszugeben oder zu sponsern, aber die Bestimmung läuft am 20. Januar 2029 aus und überlässt die Durchsetzung dem Justizministerium – Bedingungen, die wahrscheinlich auf Einwände der Demokraten stoßen.
- Der Ethikstreit dreht sich um Trumps Meme-Coins und World Liberty Financial, nachdem bekannt wurde, dass er im letzten Jahr mehr als 1,2 Milliarden Dollar mit Kryptowährungen verdient hat.
- Der Gesetzesentwurf bewahrt den Blockchain Regulatory Certainty Act, einen sicheren Hafen, der bestätigt, dass nicht-verwahrende Entwickler keine „Geldübermittler" sind.
Die neueste und möglicherweise endgültige Version des lang erwarteten Clarity Act zirkuliert im US-Senat und enthält nun die heiß diskutierte Ethikbestimmung, die die Demokraten gefordert haben: Einschränkungen für den Präsidenten und seine Familie, sich an Kryptowährungsgeschäften zu beteiligen. Das Verbot ist jedoch befristet und würde keine Einschränkungen für die Söhne von Präsident Donald Trump vorsehen.
Laut dem 616-seitigen Entwurfstext würde die Ethikbestimmung öffentlichen Amtsträgern und Angestellten sowie deren Ehepartnern verbieten, während ihrer Amtszeit digitale Vermögenswerte auszugeben oder zu sponsern. Die Bestimmung erlaubt Amtsträgern weiterhin, in Kryptowährungen zu investieren, und die Einschränkungen gelten nicht für die Kinder von Amtsträgern.
Die Durchsetzung würde dem Justizministerium obliegen, und der Abschnitt enthält eine Auslaufklausel, die besagt, dass er „ab dem 20. Januar 2029 um 12:00 Uhr mittags keine Gültigkeit und Wirkung mehr hat" – dem Ende der aktuellen Amtszeit des Präsidenten.
Die Ethiksprache wird allgemein als letzte Hürde für die Verabschiedung des umfassenden Marktstrukturgesetzes angesehen, das – wenn es verabschiedet und in Kraft gesetzt wird – die meisten Kryptowährungsaktivitäten in den Vereinigten Staaten formell legalisieren würde.
„Der heutige Entwurf ist ein bedeutender Schritt in Richtung der Senatsabstimmung über den Clarity Act, den wir gefordert haben", sagte Cody Carbone, CEO von Digital Chamber, in einer Erklärung. „Wir freuen uns darauf, den neuesten Entwurf zu prüfen, und werden unseren Mitgliedern Feedback geben, wie das Gesetz im weiteren Verlauf noch verbessert werden kann."
Im Zentrum des aktuellen Streits über sinnvolle Beschränkungen von Interessenkonflikten stehen die Meme-Coin-Unternehmen von Präsident Donald Trump und das Unternehmen seiner Familie, World Liberty Financial. Im letzten Monat veröffentlichte Finanzoffenlegungen zeigten, dass Trump im letzten Jahr mehr als 1,2 Milliarden Dollar mit Kryptowährungsgeschäften verdient hat, was die Demokraten als Beleg für Interessenkonflikte anführen. Senatorin Elizabeth Warren hat gefordert, dass das Gesetz dem Präsidenten, Vizepräsidenten, hochrangigen Amtsträgern, Kongressmitgliedern und deren Familien verbietet, von diesem Sektor zu profitieren.
Der vorübergehende Charakter des Verbots und die Entscheidung, die Durchsetzung allein dem Justizministerium zu überlassen, dürften auf Einwände der Demokraten stoßen. Hinzu kommt, dass die Formulierung die Kinder von Präsident Trump – Don Jr. und Eric Trump, die an World Liberty Financial beteiligt sind – nicht abdeckt, sodass sie möglicherweise nicht die volle Wirkung erzielt, die sich die Demokraten erhofft hatten. Der Gesetzentwurf benötigt 60 Stimmen, um den Senat zu passieren, was die Unterstützung von mindestens 10 Demokraten erfordert, von denen viele bereits zurückgeschreckt sind.
Abgesehen von der Ethikdebatte bewahrt der neueste Entwurf auch den Blockchain Regulatory Certainty Act, eine Bestimmung, die einen sicheren Hafen für nicht-verwahrende Softwareentwickler schafft, indem klargestellt wird, dass sie keine „Geldübermittler" sind, die den damit verbundenen Compliance-Verpflichtungen unterliegen. Ein Großteil der Kryptoindustrie betrachtet die Maßnahme als rote Linie und argumentiert, dass sie Rechtssicherheit schafft und die Entwicklung im Inland hält. Die Bestimmung folgt auf Trump-Ära-Verfolgungen durch das Justizministerium, die Krypto-Entwickler ins Gefängnis brachten, weil sie Datenschutztools entwickelten.
Sie hat auch Widerstand hervorgerufen. Strafverfolgungsbehörden und eine Koalition von 82 katholischen Führern haben gewarnt, dass die Entwicklerschutzmaßnahmen die Sicherheitsvorkehrungen gegen Menschenhandel, Geldwäsche und Kinderausbeutung schwächen könnten.
Ein weiterer großer Streitpunkt, die Frage der sogenannten Stablecoin-Rendite, die den Zorn der Bankenbranche auf sich gezogen hat, bleibt gegenüber der vorherigen Version des Gesetzentwurfs unverändert. Die Formulierung setzt Grenzen für ungenutzte Renditen, was bedeutet, dass weder Stablecoin-Emittenten noch Anbieter wie Coinbase in der Lage wären, Belohnungen allein auf der Grundlage von Stablecoin-Guthaben anzubieten.
Mehrheitsführer John Thune beabsichtigt, in den kommenden Tagen zur Abstimmung im Plenum überzugehen. Da die Augustpause des Senats näher rückt, gilt die erste Augustwoche allgemein als das letzte realistische Zeitfenster für den Fortschritt des Gesetzentwurfs, bevor sich die Aufmerksamkeit auf die Zwischenwahlen im November verlagert.










