Strategie-Vorsitzender Michael Saylor hat seinen Widerstand gegen den Bitcoin-Verbesserungsvorschlag 110 verstärkt und argumentiert, dass der temporäre Soft Fork die neutralen Grundregeln von Bitcoin schwächen könnte.
Zusammenfassung
- Saylor sagt, BIP 110 gefährde die Neutralität von Bitcoin, indem es Transaktionen durch neue Konsensprotokollregeln einschränkt.
- BIP 110 würde datenintensive Transaktionen vorübergehend einschränken, während vor der Aktivierung erstellte Outputs völlig unberührt bleiben.
- Die Unterstützung der Miner liegt nahe Null, während Saylor und Back warnen, dass umstrittene Regeln Bitcoin spalten könnten.
In einem Artikel mit dem Titel „110 Gründe, warum BIP 110 eine schlechte Idee ist“ sagte Saylor, das Netzwerk sollte keine Konsensänderungen nutzen, um zu entscheiden, welche gültigen Transaktionen Zugang zu Blockplatz verdienen.
In Saylors Artikel argumentierte er, dass Bitcoin nicht zuverlässig bestimmen kann, warum Transaktionsdaten existieren. Er schloss mit dem Satz: „Bitcoin braucht keine Wächter der Reinheit. Es braucht Wächter der Neutralität.“
Saylor stellt Konsensbeschränkungen für Transaktionsdaten in Frage
BIP 110, offiziell als Reduced Data Temporary Softfork bezeichnet, würde für etwa ein Jahr Konsensregeln anwenden. Die offizielle BIP-110-Spezifikation würde große Datenfelder einschränken, OP_RETURN-Outputs auf 83 Bytes begrenzen und Nutzlasten auf 256 Bytes beschränken. Vor der Aktivierung erstellte Outputs blieben ausgenommen.
Befürworter sagen, der Vorschlag würde willkürliche Datenspeicherung reduzieren und die Belastung für Knotenbetreiber verringern. Saylor akzeptiert, dass einige Inschriften, Token und Dateien einen Wert haben oder mit schädlichen Aktivitäten verbunden sein könnten. Er stellt jedoch in Frage, ob diese Bedenken eine Änderung der Konsensregeln von Bitcoin rechtfertigen, um Transaktionsstrukturen zu blockieren, die das Netzwerk derzeit akzeptiert.
Neutralität wird zum Zentrum der BIP-110-Debatte
Saylors Argument konzentriert sich auf den Unterschied zwischen Transaktionsabsicht und Transaktionsstruktur. Er sagte, das Protokoll könne nicht wissen, ob Daten ein Bild, einen Nachweis, eine Authentifizierungsaufzeichnung, einen Vertrag oder eine andere zukünftige Verwendung darstellen. Seiner Ansicht nach sollten Miner, Knotenbetreiber und Gebührenmärkte umstrittene Aktivitäten handhaben, ohne neue Basisbeschränkungen aufzuerlegen.
Diese Position folgt einem früheren Zusammenstoß über den Vorschlag. Saylor und Blockstream-Mitbegründer Adam Back lehnten BIP 110 ab und warnten, dass die Durchsetzung umstrittener Regeln ohne breite Unterstützung Fork-Risiken schaffen könnte. Saylor bezeichnete den Konsenspräzedenzfall des Vorschlags zuvor als „extrem gefährlich.“
Miner-Unterstützung bleibt ein entscheidender Test für BIP 110
BIP 110 verwendet einen modifizierten Aktivierungsprozess, der Unterstützung von 1.109 von 2.016 abgebauten Blöcken sucht, was 55 % entspricht. Crypto.news berichtete am 12. Juli, dass die Miner-Signalisierung nahe Null lag, weit unter der Schwelle, die erforderlich ist, um die vorgeschlagenen Regeln zu verankern.
Bitcoin-Entwickler Luke Dashjr unterstützt den Vorschlag weiterhin. Wie von crypto.news berichtet, lehnte Dashjr Forderungen ab, BIP 110 zurückzuziehen, während die Debatte über Ordinals, Runes und andere datenintensive Anwendungen zunahm. Befürworter argumentieren, dass solche Aktivitäten den Speicherbedarf erhöhen und Bitcoin von Peer-to-Peer-Geld wegführen.
Saylor fordert langsamere Änderungen an der Basisschicht von Bitcoin
Saylors jüngste Kommentare passen zu seiner allgemeinen Ansicht, dass Bitcoin vorsichtig geändert werden sollte. Er hat argumentiert, dass der Wert des Netzwerks aus vorhersagbaren Regeln und nicht aus häufigen Funktionsänderungen stammt. Seine BIP-110-Kritik besagt, dass politische Instrumente, Bereinigung, Gebührenpreisgestaltung und Second-Layer-Entwicklung Alternativen zur Verwaltung der Ressourcennutzung bieten, ohne den Konsens zu ändern.
Der Streit testet auch, wie Bitcoin eine Einigung erzielt, wenn Entwickler, Miner, Knotenbetreiber und Benutzer uneins sind. Wie von crypto.news berichtet, beschrieb Saylor Bitcoin als ein Netzwerk, in dem Kapital, Knotenaktivität und Rechenleistung im Gleichgewicht bleiben. Seine neueste Position stellt die Neutralität in den Mittelpunkt dieser Debatte, während BIP 110 sich seinem Aktivierungsfenster nähert.







