Ein Stablecoin ist nur so vertrauenswürdig wie die Vermögenswerte, die hinter ihm stehen. Fast jeder Stablecoin hält seinen Preis nahe einem Dollar über eines von drei Besicherungsmodellen: Fiat-Reserven, Krypto-Sicherheiten oder einen Algorithmus. Zu wissen, welches Modell du hältst, zeigt genau, wo die Risiken liegen.
Fiat-besichert: Bargeld und Staatsanleihen
Die größten Stablecoins sind fiat-besichert. Für jeden umlaufenden Token hält der Emittent einen Dollar an Reserven in Bargeld und kurzfristigen US-Staatsanleihen. So funktionieren USDT und USDC, und fiat-besicherte Coins machen rund 93% des gesamten Stablecoin-Angebots aus. Im Juli 2026 liegt USDT bei etwa 184 Milliarden Dollar und USDC bei etwa 73 Milliarden, zusammen rund vier Fünftel des Marktes.
Das Modell ist einfach, hängt aber davon ab, dass der Emittent wirklich hält, was er behauptet. Deshalb sind Reserveberichte und unabhängige Prüfungen so wichtig: Sie lassen dich überprüfen, ob die Reserven die ausgegebenen Token eins zu eins decken.
Krypto-besichert: Überbesicherung on-chain
Krypto-besicherte Stablecoins halten ihre Reserven in Kryptowährung statt in Bankeinlagen. Wegen der Preisschwankungen verlangen solche Systeme mehr Sicherheiten als die geprägten Stablecoins. DAI und USDS von MakerDAO (jetzt Sky) sind die bekanntesten Beispiele: Ein Nutzer sperrt volatile Vermögenswerte wie Ether in einem Smart Contract und kann nur einen geringeren Wert an Stablecoins prägen, oft braucht es 150 Dollar Sicherheit für je 100 geprägte.
Fällt die Sicherheit zu stark, wird die Position automatisch liquidiert, damit der Coin gedeckt bleibt. Der Kompromiss ist Transparenz gegen Volatilität: Die Reserven kann jeder on-chain prüfen, doch die Sicherheit selbst kann schnell an Wert verlieren.
Algorithmisch: Code statt Sicherheiten
Algorithmische Stablecoins haben wenig oder keine Sicherheiten; stattdessen weitet oder verknappt Code das Angebot, um den Preis zurück zum Dollar zu drücken. In der Theorie elegant, in der Praxis fragil. Der größte algorithmische Stablecoin TerraUSD verlor im Mai 2022 seine Bindung und erholte sich nie, wobei in wenigen Tagen zig Milliarden Dollar ausgelöscht wurden. Die meisten algorithmischen Konstruktionen scheiterten auf dieselbe Weise, daher ist bei jedem Coin auf diesem Modell echte Vorsicht geboten.
Was die größten Stablecoins heute deckt
Selbst unter den Fiat-Führern unterscheiden sich die Reserven. USDT hält rund 64% seiner Reserven in US-Staatsanleihen. USDC hält etwa ein Drittel in Anleihen, den Rest in Overnight-Repo und Bargeld, darunter der von BlackRock verwaltete Circle Reserve Fund. GUSD von Gemini ist vollständig durch Bankeinlagen gedeckt.
Die Regulierung zieht das an. Der US-amerikanische GENIUS Act, im Juli 2025 unterzeichnet, verlangt, dass Zahlungs-Stablecoins mindestens 100% ihrer Reserven in Bargeld und kurzfristigen Anleihen halten und monatlich offenlegen, wobei die Durchsetzung schrittweise bis 2027 greift. Vergleichbare Vollreserve-Regeln gelten bereits in der EU, im Vereinigten Königreich, in Hongkong, Singapur und Japan.
Wie du die Deckung eines Stablecoins prüfst
Bevor du einem Coin vertraust, lies seinen Reservebericht. Achte auf drei Dinge: Reserven, die dem Angebot entsprechen oder es übersteigen, eine klare Zusammensetzung der Reserven und einen benannten Prüfer oder eine monatliche Bestätigung. Regulierte Emittenten, die oft offenlegen, sind sicherer als solche, die vage bleiben. Dieselbe Gewohnheit hilft, wenn du Guthaben auf einer Börse hältst: Ein Reservenachweis zeigt, ob dein Saldo wirklich gedeckt ist.
Fazit
Fiat-Coins sind am einfachsten, hängen aber von der Ehrlichkeit des Emittenten und von Prüfungen ab; krypto-besicherte sind transparent, aber volatiler Sicherheit ausgesetzt; algorithmische haben eine schlechte Bilanz und verdienen Skepsis. Es gibt nicht den einen sichersten Stablecoin, nur Modelle mit unterschiedlichen Risiken, also passe die Deckung an das Risiko an, das du tragen willst.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist Bildungsinhalt von Bitbase Academy und dient nur zur Information. Er stellt keine Anlage-, Handels-, Steuer- oder Finanzberatung dar. Verfasst im Juli 2026; maßgeblich sind die neuesten offiziellen Informationen.
Quellen
[1] Congress.gov, "GENIUS Act (S.1582)" congress.gov
[2] The Block, "The different types of stablecoins explained" theblock.co
[3] CoinLaw, "Stablecoin Market Cap Statistics 2026" coinlaw.io






